Kaizen, KVP, Kanban – verstehen Sie nur Japanisch, wenn Sie diese Begriffe hören? Wir fassen diese drei Ansätze aus dem Bereich „Lean Management“ für Sie zusammen.

Die 3 Mu stammen aus dem japanischen Kaizen-Ansatz. Sie bezeichnen drei Dinge, die unter dem Gesichtspunkt eines ständigen Verbesserungsprozesses zu vermeiden sind, und zwar:

  1. Verschwendung („Muda“)
  2. Überlastung („Muri“)
  3. Unregelmäßigkeit von Prozessen („Mura“)

Das erste „Mu“ ist Muda, oder in der deutschen Übersetzung, Verschwendung. Diese kann auf vielfältige Weise stattfinden, beispielsweise als Verschwendung durch Überproduktion, durch Nacharbeit/Fehler oder durch unnützes Warten. Die „7 Verschwendungsarten“ geben genaueren Aufschluss darüber, welche Arten der Verschwendung aus welchem Grund zu vermeiden sind.

Das zweite „Mu“ steht für Muri, die Überlastung. Diese kann sowohl materielle Ressourcen (Anlagen, Maschinen) als auch Humanressourcen (Arbeiter, Angestellte) betreffen – in beiden Fällen sollte sorgfältig darauf geachtet werden, dass keine unnötige Überlastung eintritt. Dieser Punkt wird besonders dann verständlich, wenn man bedenkt, dass Kaizen im Kontext des japanischen Automobilbauers Toyota entwickelt wurde: Dort musste nämlich allen Mitarbeitern lebenslange Beschäftigung zugesichert werden, was natürlich den Status der nicht austauschbaren Humanressource extrem hob.

Das dritte „Mu“ bezieht sich auf Mura, die Unregelmäßigkeit von Prozessen. Die Prozessorientierung ist ein Eckstein des Kaizen-Ansatzes, und der kontinuierliche Verbesserungsprozess aller Mitarbeiter findet gerade im Hinblick auf die Verschlankung und Optimierung von Produktionsprozessen statt. Wie Elis (2006) beschreibt, konzentrierte sich Toyota anfänglich deswegen auf die Prozessoptimierung, weil für einen maschinellen Ausbau der Produktionskapazitäten die Mittel fehlten. Stattdessen schlug man erfolgreich Kapital aus dem Kampf gegen die Unregelmäßigkeit und damit gegen die Ineffizienz von Produktionsprozessen.

 

Zum Weiterschmökern:

Elis, Volker (2006): „Von Amerika nach Japan – und zurück. Die historischen Wurzeln und Transformationen des Toyotismus“. In: Zeithistorische Forschungen/Studies in Contemporary History, Online-Ausgabe, 6,H. 2.